
Deshalb IHV!!!
Im vorliegenden Text wird allgemein
von FCI/VDH geschrieben.
Ich möchte nochmal betonen, dass hier all
diejenigen gemeint sind, die die
Zuchtordnung "verzapft" haben, sowie die
Züchter, die diese auch ausreizen.
Nicht gemeint sind die wenigen Züchter
(ja, die gibt es auch im VDH!!!),
die gegen den Strom schwimmen und
ihre eigenen, strengeren Regeln befolgen.
Vielleicht ändert sich ja auch in Zukunft was in
den Vereinen und Texte wie diese werden
überflüssig, zu wünschen wäre es allen
(im Sinne der Hunde)!
Rasseanerkennung durch den FCI / VDH?
Haben Sie einen reinrassigen Hund?
Einen mit Stammbaum?
Oder ist ihr Hund irgendein Zamperl,
ein Bastard, ein
Pinscherpudeldackel oder ein Selbstgestrickter?
Eine der tragenden Säulen der heutigen Kynologie,
das feste Fundament von VDH und FCI
ist die Rassereinheit.
Der Hund kann sämtliche von Gott verbotenen
Krankheiten haben,
er kann gestört, Epileptiker, Angstbeißer und Spastiker sein,
feige und bissig -
alles ist erlaubt, solange er nur einen Stammbaum
(besser Ahnentafel) hat,
seine Reinrassigkeit für mindestens drei, eher für vier
oder gar über fünf Generationen nachweist.
Erst dann kann man stolz zum Nachbarn sagen,
"Wissen Sie, wir nennen ihn zwar Poldi,
aber er ist ein reinrassiger Balinesischer
Tempelhund mit sehr vielen
preisgekrönten Ahnen!"
Hunde gibt es als Begleiter der Menschheit
schon seit 14.000 Jahren,
13.900 davon war der Hund Bastard.
Nicht unbedingt Pinscherpudeldackel,
aber auch nicht mit Deckmeldung,
Wurfabnahme,
Zuchttauglichkeitsprüfung und Körung
rasserein im heutigen Sinne gezüchtet.
Dabei hatten sich Schläge
herauskristallisiert,
die sehr wohl funktionstüchtig und voneinander
verschieden waren.
Jedoch erfüllte jeder Hund einen gewissen Zweck!
Schoßhündchen als Begleiter und Seelentröster,
Raubzeugkiller, Jagdhunde für alles mögliche Wild,
Windhunde, Herdentreib- und Herdenwachhunde,
Packer,
Wachhunde, Schutzhunde und Kriegshunde.
Seit ca. 100 Jahren gibt es nun die FCI und
den untergeordneten VDH
und sämtliche Hunderassen,
die von denselbigen anerkannt wurden,
sind den Bach herunter gegangen.
Die Hunde wurden nur noch nach Aussehen,
zu Show- und Ausstellungszwecken gezüchtet,
haben ihre Eigenschaften
nach und nach
verloren und sind nur noch eine
Karikatur ihrer selbst.
Sie wurden im wahrsten Sinne des Wortes
verkrüppelt!
Bestes Beispiel ist unsere weltberühmte
Deutsche Dogge.
Offenbar gelingt es diesen Leuten nicht,
den Unterschied zwischen der sehr agilen
und leistungsfähigen Dogge
früherer Zeiten und der heutigen Witzfigur
zu sehen.
Die heutige Deutsche Dogge
ist eine Verhöhnung sämtlicher
Prinzipien gesunder Hundezucht;
sie hat alle Fehler,
die ein Hund nur haben kann,
alle genetischen Mängel,
die man sich in anderen Rassen bemüht,
herauszuzüchten.
Ihr Vorfahre hatte diese skurrilen Züge nicht,
es war ein gesunder,
leistungsfähiger Hund mit bestem,
belastbarem Wesen.
Im Laufe der Schönheitszucht im FCI
ist die Entwicklung zum kränkelnden,
weichlichen Sensibelchen
immer weiter gediehen.
Oder man hat eine (scheinbar) gesunde Dogge,
die dann plötzlich
mit zwei oder drei Jahren tot umfällt-
von den vielen Unglücklichen,
die mit Herzfehlern, HD, ED
oder anderen Erkrankungen
leben müssen, einmal abgesehen.
Oder man nehme die Bordeauxdogge.
Die heutige Bordeauxdogge ist eine ähnliche Karikatur
ihrer Ursprungsrasse wie die heutige Bulldogge
oder der heutige Mastino Napolitano
auf diversen Ausstellungen.
Sie ist krank
(durchschnittliche Lebenserwartung kaum drei Jahre),
feige und zu jeder Leistung unfähig.
Eine absolute Ausnahme von dieser Regel
ist der Rüde Bull de I'Etang de Mirloup.
Seine SchH I, seine Ausdauerprüfung und sein
hervorragendes Wesen
sind so atypisch für die Rasse wie ein Mastino,
der einen Pit Bull frühstückt - immerhin gibt es sie noch!
Viel typischer aber für die Rasse ist das,
was heute der hier zuständige Club macht:
eine HD-kranke, fast blinde,
völlig bewegungsunfähige, feige Hündin
gewinnt dank gutem "Handling" alle Titel.
Und die BX-Gruppe
im rassebetreuenden Molosserclub
veranstaltet eine Ausdauerprüfung für diese
drolligen, schwerfälligen Kälber,
bei der 10 km in drei Stunden zu bewältigen sind,
natürlich unter tierärztlicher Aufsicht und Überwachung,
dass sich keiner übernimmt!
Der Grund dieser Entwicklung?
Das Ausstellungswesen bevorzugte
eine Zeitlang fast nur Rotmasken,
damit wurden die Blutlinien
bis auf wenige so reduziert, dass es zu
starker Inzucht kam
und zu den damit einhergehenden
Genverlusten.
Ebenso erging es dem Mastino Napolitano.
Dieser ist ursprünglich eine Variante
des Cane Corso,
beschränkt lediglich auf die Gegend von Neapel.
Er ist die regionale Abart
einer in ganz Süditalien verbreiteten Rasse
und existiert in seiner Heimat durchaus
auch als drahtiger,
funktioneller, sehr ernstzunehmender Hund
von ca. 60 kg,
der mit den übertrieben molossoiden
Ausstellungs- und Exporttieren
nichts, aber auch gar nichts
zu tun hat.
Und warum sehen wir solche
alanoähnlichen Mastinos bei uns nicht?
Weil wir offenbar
zu viele Trottel
unter unseren Kynologen haben, die Kynologie
als die Wissenschaft der Übertreibung,
der Übertypisierung verstehen.
So wie die heutige Dogge ihren Urahnen
nicht das Wasser reichen kann,
so wie die heutige Ausstellungs-BX
keinen Vergleich mit der leistungsfähigen Bordeauxdogge
der 30er Jahre zulässt,
so wenig
lässt sich ein Mastino Napolitano der
heutigen Ausstellungen
mit diesen knackigen Mastino Napolitano
aus dem Ursprungsland in einem
Atemzug nennen.
Oder der Deutsche Schäferhund.
Vor weniger als 100 Jahren war der
weltgerühmte Deutsche Schäferhund ein
von seinem Äußeren her
sehr unterschiedlich aussehender Hund.
Aber trotz ihres sehr verschiedenen Aussehens
waren es alles Hunde
mit derselben Funktion
und vergleichbarem Wesen.
Es ist ein Unterschied, ob ich einen Pudel
mit einer Dogge mische,
oder ob ich einen schwäbischen Schafspudel
(der Name täuscht, denn außer dem zottigen Fell
hat er mit einem heutigen Pudel nichts zu tun),
mit einem brandenburgischen Schäferhund
oder einem mittelrheinischen Hütehund mische.
Dennoch war der Schäferhund
damals noch nicht rasserein,
Stephanitz machte erst eine Rasse aus ihm.
Würde man aber heute an einen Züchter des
Vereins für Deutsche Schäferhunde
das Ansinnen stellen,
einen der heute noch
durchaus bei den Schäfern existenten Schafpudel
wieder in seine Rasse einzukreuzen,
würde er in Ohnmacht fallen
- die heilige Kuh darf nicht geschlachtet werden!
Dabei spielt es dann keine Rolle,
ob dies zu einer Verbesserung der Rasse führen würde.
Da züchtet man lieber weiterhin kranke Tiere,
und wir alle wissen ja,
wie es um den Deutschen Schäferhund bestellt ist.
Ich könnte hier noch viele weitere Rassen aufzählen,
die seit der Gründung von FCI und VDH
verkrüppelt wurden.
Dies würde den Rahmen jedoch sprengen.
Fakt ist, dass so gut wie jede Rasse unter der FCI/VDH gelitten hat,
denn daraus ergeben sich diese alleinigen Show- und
Ausstellungszuchten
mit ihren morphologischen Übertreibungen
und den damit verbundenen Einbrüchen
in den Bereichen Gesundheit,
Wesen und Leistungsfähigkeit.
Dies aber kann nicht unser Ziel sein.
Es wird Jahrzehnte dauern,
unsere Rasse - den Saupacker -
zu festigen.
Unser Ziel ist es, einen gesunden, vitalen
und leistungsfähigen Hund von
gutem und gefestigtem Wesen zu züchten!
Dies wollen wir uns nicht von anderen
in kürzester Zeit wieder zerstören lassen.
Wenn der Saupacker von jedem, der mag,
zu den Konditionen und Zuchtbestimmungen des VDH
auf „Schönheit“ und morphologische Rassegleichheit
gezüchtet werden kann,
haben wir nur eine weitere kranke Hunderasse,
die kein Mensch braucht.
Der Genpool des Saupackers
soll durch die Vielzahl der Rassen,
die einbezogen werden dürfen,
großzügig erweitert werden,
das macht "Reinzucht und Inzucht" überflüssig,
dauert halt aber etwas länger.
Die Hunde sollen nicht zwangsläufig gleich aussehen
wie bei vielen Rassehunden üblich.
Aus diesem Grund haben sich einige
gewissenhafte Saupackerzüchter
in der „Interessengemeinschaft Saupacker im IHV“
zusammengeschlossen.
Der IHV ist ein Verein, dessen Ziele
sich auf das Wohl des Hundes richten,
auf praktizierten Tierschutz
und artgerechte Hundehaltung und –zucht.
Der IHV wurde nicht zum Selbstzweck von einer kleinen
Züchtergemeinschaft gegründet,
um eigene Papiere ausstellen zu können,
sondern die Züchter haben sich einem bereits bestehenden
Verein angeschlossen,
sich deren Zuchtbestimmungen unterworfen.
Unser Zuchtwart hat Goldis
und guckt nur auf das was er sieht,
nicht auf das was man ihm sagt was er sehen soll....
Hier hat man keinen Verbündeten,
der einem mal schnell
aus Freundschaft den Hund zuchttauglich schreibt.
Das Projekt „Interessengemeinschaft Saupacker im IHV“
hat auch nichts mit vielen neuen „Modehunden“
wie Labradoodle oder was weiß ich gemeinsam,
es geht uns nicht darum, teure Mischlinge
mit einer tollen Geschichte
auf den übersättigten Markt zu werfen.
Nachzulesen auch hier: 
Nein,
unser Ziel ist es, einen Hund zu erschaffen,
der den alten Molosserrassen
wieder das Wasser reichen kann.
Viele sagen, unsere Hunde seien Bastarde,
und nur FCI-anerkannte
rassereine Hunde seien etwas wert !
Diesen Rasse- Fetischisten möchte ich nur eines sagen:
Ich plädiere für
eine differenzierte Betrachtung des Wortes Reinzucht.
Rassereine Zucht ist kein Fetisch,
sie kann und muß unter besonderen Umständen Raum geben
für eine sorgfältig überlegte Einkreuzung
verwandten Blutes aus Gründen der Genpoolerweiterung,
der Bekämpfung der Inzucht,
der Erhöhung der genetischen Fitness,
der Wiedergewinnung
verloren gegangener Eigenschaften, etc.
Und wir alle
sollten beim Begriff Rassereinheit
in Bezug auf unsere jeweiligen Rasse weniger stolz sein
und wissen,
dass alle unsere Rassen vor kurzem im Sinne der
FCI-Zuchtordnung nichts anderes waren als Bastarde.
Auf keinen Fall darf das Ziel rassereine Zucht
zum Nachteil der Rasse werden,
nur weil nationalistische und separatistische Ideen
dahinter stehen,
oder weil irgendwer nach einem
neu einzurichtenden Präsidentensessel strebt.
Mittlerweile ist das Bemühen der Saupackerzüchter,
gesunde Hunde zu züchten,
auch bei einigen anderen Vereinen
auf fruchtbaren Boden gestoßen,
und so kommt es, dass nicht mehr nur der IHV
alleinig Papiere ausstellt,
sondern auch andere übergeordnete Vereine.
Wir werden weiterhin in einem
eng kontrollierten Rahmen züchten,
mit gesunden Hunden (nachweisbar!),
die wesensfest sind
und unter strengen Grundsätzen ausgesucht werden.
Es wird sicher viel Zeit benötigen,
mit diesen Anforderungen eine Rasse zu festigen,
doch die Qualität
wird für uns sprechen!
(Text auszugsweise mit freundlicher Genehmigung von www.zmr-ev.de